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Säureattacken in Bangladesch bedingten im Jahr 2008 weitere 179 Opfer. Die auf Gesicht und Körper geschüttete Säure frisst sich in kürzester Zeit durch Haut und Gewebe bis zu den Knochen. Immer resultieren Entstellungen, oft auch dauerhafte Behinderungen. Die meisten Anschläge richten sich gegen junge Frauen. Als häufigstes Motiv gilt die Kränkung der männlichen Ehre. Auf Zurückweisung von Heiratsanträgen oder sexuellen Annäherungen folgt die Reaktion „Wenn ich sie nicht kriege, soll auch niemand anderer von ihrer Schönheit etwas haben!“. Man will bewusst nicht töten, sondern bestrafen: Das äußere Erscheinungsbild, die Weiblichkeit wird in wenigen Augenblicken für immer zerstört. Säuregewalt ist brutalste Machtausübung und effektiv in absolut irreversibler Weise.
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Während gewöhnliche Wunden irgendwann verheilen, bleiben Säurenarben für immer bestehen körperlich, seelisch und sozial. Plastische Chirurgie kann helfen, die Verätzungsschäden zumindest teilweise zu reparieren. Sich selbst als wertvollen, schönen Menschen zu sehen, fällt besonders den Frauen in der bengalischen Gesellschaft ohnehin schwer.
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Die integrierte medizinische, psychosozial-therapeutische und rechtliche Hilfe durch die Acid Survivors Foundation (ASF) soll die Überlebenden darin unterstützen, ihre Selbstachtung wieder zu finden.
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Meine intensiven Begegnungen mit den Menschen in Jibon Tara, der Betreuungseinrichtung von ASF in Dhaka, waren mindestens so beeindruckend wie schockierend. Die Kraft, trotz allem an das Gute zu glauben, gibt dem Überleben Sinn und Wert. Der Kampf gegen Ungerechtigkeiten und für ein gewaltfreies Miteinander stärkt auch für ein neues ganz persönliches Selbstverständnis.
Eine wunderbare tiefe, berührende Schönheit strömt für mich aus diesem Lebensmut.
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